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Der Herbst, rockt derbst
Sonntag den 7.November: Wir (Simon und ich) sind gerade zu Hause angekommen und ich musste mich ersteinmal wieder ein bisschen fassen.
Alles erst nochmal realisieren.
Was war eigentlich passiert ?
War es wirklich kein Traum ?
Doch der Reihe nach....
Mittwoch 20° und ein herrlicher Tag ( wollt gerade schreiben Hochsommertag ) .
Donnerstag 20° und ebenfalls ein richtig warmer sonniger Tag.
Freitag " nur " noch etwa 15° und Sau windig ( süd / west ).
Ich habe mich spontan dazu entschieden mir für die folgenden 2 Tage Tageskarten für ein Gewässer zu holen in dem Simon fischt, ich jedoch kein Mitglied bin. War es eine Vorahnung ? Etwa, eine göttliche Eingebung ? Der Wind entwickelte sich immer weiter in Richtung Sturm und es piepte am laufenden Band. Immer irgendwie an einer anderen Rute. Und immer ein einzelner Pieper. Teilweise hatte ich Angst um meinen Schirm. Gott sei Dank hatte ich ihn richtig gut befestigt. Es stürmte die ganze Nacht und am Samstag sollte es auch nicht besser werden. Die Temperaturen waren stetig am sinken, sodass das Thermometer nur noch ca. 10° anzeigte. Gegen Mittag dann zwischen den einzelnen piepern auf einmal Piep, Piep ...Piep ! Ich lag gerade gemütlich auf der Liege, als ich diese drei Pieper vernahm. Kurz abgewartet aber nix geschah. Jedoch erschien es mir außergewöhnlich weil sich die drei Pieper von den einzelnen ja unterschieden.
Ok...Augen zu und weiter döseln. Urplötzlich dann, wie aus heitrem Himmel Dauerton.
Fullrun.......Geiilll !
Als ich endlich draussen war stand Simon schon an meinem Rod Pod und wartete auf mich.
Es war die Uferrute. Ich hatte sie ca. 7 - 8 Meter vom Ufer entfernt platziert in der Hoffnung, dass der anlandige starke Wind was bringen würde. Und tatsächlich, meine Vermutung ist aufgegangen ! Rute in die Hand, Anschlag sitzt und es ging los. Während des Drills fachsimpelten wir was es wohl für ein Fisch sein würde der da am andern Ende zappelte. Und er zappelte wortwörtlich. Immer wieder kurze Schläge und fast keine Fluchten. Diese ruckartigen Schläge liesen uns auf einen der kleineren Fische schließen. Aber egal, hauptsache Fisch....Größe spielt keine Rolle.
Dann hörten die Schläge auf und ich spürte nur noch das Gewicht. Ganz langsam und behäbig zog er langsam hin und her. Teilweise ging gar nix mehr. Simon meinte des öfteren dass er im Kraut festsitzen würde. Ich jedoch wusste, dass er frei ist und es nur um das Gewicht des Fisches ging. Das ist kein Kleiner dachte ich nach ein paar Minuten Kampf. Nun war es Zeit für Simon in seine Wathose zu steigen und dem Fisch im flachen Uferbereich entgegen zu gehen.
Dann sahen wir ihn zum ersten mal und Simon meinte:
Ups...der hat 30 pfund. Und zwar gute 30....wenn net sogar ein Enddreißiger !!!
Sitzt der Haken gut, stellt sich mir die Frage ?
Wenn er jetzt ausschlitzen würde. Nein...nur das nicht.
Der Fisch kreiste immer weiter hin und her. Und das ganze ca. 1 Meter vom Kescher. Dann der Aufschrei von Simon ...er ist drinnen ! Yeahhh.....und was für einer!
Es ist der größte Fisch aus dem Gewässer. Wiegenetz gerichtet und an die Waage gehängt. Der Zeiger wanderte immer weiter und ich dachte schon dass die Waage nicht reichen würde. Dann blieb der Zeiger stehen und....geil !

Satte 29 kg !
Was ein Traumfisch.
Noch nie hatte ich einen Fisch in dieser Größenordnung in den Armen. Ein unbeschreibliches Gefühl machte sich in mir breit. Trotz meiner vielen Schmerzen gelang es uns dann doch einige Fotos von dem gewaltigen Fisch zu machen. Danach spürte ich weder mein Kreuz noch meine Arme. Ich war fix und fertig. Vergessen all die vergangenen We's in denen ich blankte. So ein Fisch macht alles wieder gut. Der Wind hörte blitzartig auf und kurz danach setzte Regen ein. Dauerregen, den ganzen Tag, sowie die ganze Nacht, Regen, Regen und nochmals Regen. Am Morgen war alles, aber auch wirklich alles durchnässt. Ohne jeglichen weiteren Piep hatten wir die Nacht verbracht. Beim Abbauen und auf der Nachhausefahrt ging mir alles noch einmal durch den Kopf.
War es wirklich kein Traum was wir erlebten ?
Nun kann es Winter werden....mein Ziel war erreicht.
Uff d`Spiegler
Ritchie